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CINE Documental: Gilda Brasileiro -contra o esquecimento

Cuando:
12/03/2020 a las 19:00 – 21:30
2020-03-12T19:00:00+01:00
2020-03-12T21:30:00+01:00
Donde:
Andenbuch
CINE Documental
Foto: CINE Documental: Gilda Brasileiro -contra o esquecimento

 

Gilda Brasileiro -contra o esquecimento

19:00 Uhr(18:45 Einlass)
Eintritt frei/ Entrada gratuita
Regie und Drehbuch: Roberto Manhães Reis und Viola Scheuerer
Dauer: 90 Min OmdU

Mit Gilda Brasileiro und den Filmschaffenden!

Der Dokumentarfilm Gilda Brasileiro – Gegen das Vergessen von Roberto Manhães Reis und Viola Scheuerer wurde bereits erfolgreich an Festivals in Brasilien, den USA, der Schweiz und Südafrika gezeigt.

Der Film beschäftigt sich mit Themen wie Rassismus, Identität und Erinnerung. Er spricht über die Vergangenheit. Aber er könnte nicht zeitgenössischer sein.

Gilda Brasileiro ist eine Chemielehrerin, die die Überreste einer geheimen Sklavenhandelsroute in der Nähe des grössten Kaffee-Anbaugebiets des 19.Jahrhunderts entdeckt. Die Protagonistin mit
ihrem Land im Nachnamen ist Afro-Brasilianerin und Enkelin deutscher Juden.
Sie will die Geschichte entlarven, stockt jedoch am Schweigen der Bevölkerung. Der Film folgt Gildas hartnäckigem Bestreben, herauszufinden, wer die Sklaven waren, die auf dem Höhepunkt
des illegalen Handels (1831-1856) über diesen geheimen Weg ins Land geschleust wurden.

Nach dem Verbot des transatlantischen Sklavenhandels 1831 wurden fast 1 Mio. Afrikaner*innen nach Brasilien verschleppt.
Der Film will ihnen ein Gesicht und einen Namen zurückzugeben. Es ist eine Suche nach dem eigenen Ursprung, die vom Filmemacher Roberto Manhães Reis, auch er wird zum Erzähler der Geschichte, geteilt wird.

Der Film verwebt so Gildas Recherche mit der Suche der Filmemacher, die sich auf Fotos von Marc Ferrez aus der Sammlung des Instituto Moreira Salles in Brasilien einlassen.
Ferrez war einer der wenigen, der die Farmen des Paraíba-Tals – das grosse brasilianische KaffeeAnbaugebiet – in dieser Zeit fotografisch festgehalten hat. Seine Fotos helfen, ein in der brasilianischen Geschichte immer wieder übersehenes Kapitel sichtbar zu machen; eine Geschichte, die sich nach Europa und Afrika ausdehnt.

Die Idee den Film Gilda Brasileiro zu drehen, entstand vor sieben Jahren, als die beiden Filmemacher die Lehrerin an einem Geschichten-Wettbewerb in Rio de Janeiro trafen. Die gebürtige Bewohnerin von Rio de Janeiro lebte damals seit über zehn Jahren in Salesópolis, einem kleinen Ort zwischen der nördlichen Küste São Paulos und dem Paraíba-Tal.

«Gilda hat uns eingeladen, ihre Stadt kennenzulernen. Plötzlich waren wir da, umgeben von Gegenständen, die an die Zeit der Sklaverei erinnerten. Aber in der lokalen Erzählung schien es,
dass diese Geschichte in einem anderen Zeitalter geschehen war. Die Art und Weise, wie die Leute über Sklaverei redeten oder es vermieden, darüber zu reden, weckte unser Interesse. Das
Paraíba-Tal wies die grösste Dichte an versklavten Menschen im 19. Jahrhundert auf. Was ist mit unserer Erinnerung passiert? »

Roberto Manhães Reis und Viola Scheuerer, die mit einem Fuß in der Schweiz und einem anderen in Brasilien und in Berlin leben, unternahmen zahlreiche Reisen in die Region, um die
Dreharbeiten zu Gilda Brasileiro abzuschließen.

WETTBEWERBE: Die Weltpremiere des Films fand im Oktober beim Wettbewerb New Directors an den 42. Internationalen Filmfestival von São Paulo statt. Unmittelbar danach wurde er beim
Wettbewerb des ersten Smithsonian African American Film Fest im Museum für afroamerikanische Geschichte und Kultur gezeigt, das von Obama 2016 in Washington DC eröffnet wurde.
Der Film
wurde von Publikum und Jury sehr gut aufgenommen und schaffte es unter die Finalisten. Im November wurde er im Wettbewerb Première Brasil am 20.Internationalen Rio de Janeiro Film Festival gezeigt.
2019 kam der Film in die Schweiz zu den 54.Solothurner Filmtagen und reiste danach nach L.A. zum 27.Pan-African Film Festival und nach Johannesburg ans South African International Film Festival. Beide Festivals nominierten ihn für „Best Feature Documentary“.

SYNOPSIS:
Gilda findet Dokumente über einen illegalen Sklavenumschlagplatz im brasilianischen Regenwald. Doch niemand vor Ort will sich an die Vergangenheit erinnern, nicht akzeptabel für die Tochter einer Jüdin und eines Afro-Brasilianers. Nach dem Verbot des transatlantischen
Sklavenhandels 1831 wurden fast eine Million Afrikaner*innen nach Brasilien verschleppt. Eine starke Frau macht sich auf die Suche nach Erinnerung im weltweit grössten Kaffee-Anbaugebiet
des 19.Jhs.

ÜBER DIE FILMEMACHER:
Die Schweizerin Viola Scheuerer und der Brasilianer Roberto
Manhães Reis sind Dokumentarfilmer*innen. Das in Basel und Berlin ansässige Duo, Inhaber der Produktionsfirma VIROfilm, hat u.a. Filme wie Nipo Brasil (2005), drei Generationen japanischer
Einwanderer in São Paulo, und Louisa Jules (2013) über eine in der Ukraine geborenen Berlinerin, die ihre leiblichen Eltern in Madagaskar sucht, realisiert. Louisa wurde für das deutsche Fernsehen WDR / 3Sat produziert. Roberto studierte Kino an der Konrad-Wolf-Universität in PotsdamBabelsberg. Viola hat einen Master-Abschluss in Ethnologie, Geschichte und deutscher Literatur
an der Universität Basel in der Schweiz.

ÜBER DIE PRODUKTION
Gilda Brasileiro ist eine Koproduktion zwischen der Schweiz, Brasilien und Deutschland, finanziert vom «Fachausschuss Film und Medienkunst Basel» (Schweiz), unterstützt durch das Institut Marlin
Azul (Brasilien) und VIROfilm (Deutschland), sowie dem Goethe-Institut und Swiss Films.

TECHNISCHES BLATT
Regie und Drehbuch: Roberto Manhães Reis und Viola Scheuerer
Produzentin Brasilien: Beatriz Lindenberg
Kameramann: Roberto Manhães Reis
Montage: Viola Scheuerer
Musik: Thomas Rohrer, Bella, Fabio Nino Müller
Sound Design: Dietrich Körner
Produktion: VIROfilm
Koproduktion: IMA
KONTAKT
viola@virofilm.ch / roberto@virofilm.ch