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Erstes Wochenende der neuen Ausstellungen: Harald Hauswald . Michael Danner . Felicity Hammond

Cuando:
12/09/2020 a las 20:00
2020-09-12T20:00:00+02:00
2020-09-12T20:15:00+02:00
Donde:
C/O Berlin
Contacto:
Erstes Wochenende der neuen Ausstellungen: Harald Hauswald . Michael Danner . Felicity Hammond @ C/O Berlin
Coronabedingt kann leider keine Ausstellungseröffnung am Freitagabend stattfinden. // Due to corona restrictions, no exhibition opening will be held.
Am Samstag und Sonntag sind wir regulär von 11-20 Uhr geöffnet und freuen uns, die neuen Ausstellungen zu präsentieren: // On Saturday and Sunday we are open regularly from 11am–8pm and are happy to present the new exhibitions:
HARALD HAUSWALD. Voll das Leben! Retrospektive
Harald Hauswald’s Bilder sind voller Sympathie für das fotografierte Objekt und die Menschen vor seiner Kamera. Es sind Bilder von der Eintönigkeit, aber auch von der Langsamkeit des Lebens in der DDR, Zeugnisse einer abgeschotteten und eingeschlossenen Welt kurz vor ihrem Untergang. Entgegen dem vorherrschenden Bild des Westens über den Osten Deutschlands, dominiert von SED und FDJ, Mauer und Stacheldraht, Aufmärschen und Militärparaden, liefert Harald Hauswald (*1954) eindringliche und einmalige Momentaufnahmen und Zeugnisse des sozialistischen Alltags, insbesondere der Entwicklung des Ostberliner Stadtraums und des Wirkens oppositioneller Gruppen, von Künstler*innen sowie verschiedenen Jugendkulturen. Hauswalds Fotografien dokumentieren nicht einfach nur das Zusammenleben der Menschen in der DDR, sondern sie visualisieren Erinnerungen deutsch-deutscher Geschichte ebenso wie die Herausforderungen des Systemwandels im wiedervereinten Deutschland. Die von Felix Hoffmann in Zusammenarbeit mit Ute Mahler und Laura Benz kuratierte Ausstellung Harald Hauswald . Voll das Leben! ist mit rund 250 zwischen Ende der 1970er- bis Mitte der 1990er-Jahre entstandenen Fotografien die erste große Retrospektive des Gründungsmitglieds der Berliner Fotografenagentur OSTKREUZ.
MICHAEL DANNER . Migration as Avant-Garde
Wie in einer Postkartenlandschaft versinkt die Sonne im Meer, am Strand wird eine Wassermelone angerichtet, golden glitzert eine Decke in der Sommerhitze. Doch Michael Danners Fotografien brechen mit unseren Klischees und Erwartungen an einen Aufenthalt im Mittelmeerraum. Fast unmerklich überschreiben sie die allbekannte Urlaubsidylle, um das bedrohliche Szenario einer humanitären Katastrophe hervorzukehren: Die Geflüchteten des 21. Jahrhunderts erleben unsere Ferienträume an den Küsten von Griechenland, Marokko oder Tunesien als Konfrontation mit Bedrohung, Untergang und Tod. Danners Langzeitprojekt (2008–2017) mit dem vordergründig provokanten Titel Migration as Avant-Garde ist ein Gegenentwurf zur klassischen Erzählung der Nachrichtenbilder. Anstatt nur zu informieren oder bewusst zu schockieren, eröffnet Michael Danner (*1967) einen visuellen Dialog über eines der ältesten Phänomene der Menschheit: Die Bewegung von einem Ort zum anderen.
FELICITY HAMMOND . Remains in Development
Lächelnd und riesig groß blickt uns die perfekt gestylte Singlefrau der Zukunft an. Ihr lichtdurchflutetes Luxusapartment in einem Hochhaus thront über einem futuristischen City-Panorama. Auch wenn wir uns längst an derartige Maxi-Werbeflächen im öffentlichen Raum gewöhnt haben, spielen diese Bilder geschickt mit unseren Sehnsüchten nach einem glänzenden urbanen Leben. In der Arbeit der britischen Künstlerin Felicity Hammond (*1988) trifft das selbstbewusste Versprechen der Immobilienunternehmen allerdings auf postindustrielle Szenerien aus Autoreifen und Bauschutt einer Großbaustelle – offensichtlich liegen beim Städtebau Utopie und Dystopie ganz nah beieinander.
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HARALD HAUSWALD . Voll das Leben! Retrospektive
Harald Hauswald’s images capture the monotony and slowness of life in East Germany, and bear witness to an insular and isolated world shortly before its downfall. In contrast to the West’s prevalent images of the GDR as a country defined by the socialist state and the Free German Youth organization, by the Berlin Wall and barbed wire, by marches and military parades, Harald Hauswald (b. 1954) offers penetrating, singular insights into everyday life under socialism, in particular showing the evolving cityscape of East Berlin and the activities of opposition groups, artists, and youth subcultures. Rather than simply documenting coexisting lives in East Germany, Hauswald’s photographs make visible memories of a divided Germany’s history as well as the challenges of transitioning to a new political system in reunified Germany. Curated by Felix Hoffmann together with Ute Mahler and Laura Benz, the exhibition Harald Hauswald . Voll das Leben! includes some 250 photographs taken between the late 1970s and the mid-1990s. It is the first major retrospective of Hauswald, one of the founding members of the Berlin photographer-run agency OSTKREUZ.
MICHAEL DANNER . Migration as Avant-Garde
The sun is sinking into the ocean in a postcard-perfect view, a watermelon is being sliced up on the beach, and a gold blanket glitters in the summer heat. Yet Michael Danner’s photographs subvert our expectations and counter our clichés of a sojourn on the Mediterranean. Almost imperceptibly, they displace our automatic associations of idyllic vacations and show the threat of a humanitarian catastrophe. Twenty-first century refugees experience the settings of our vacation fantasies on the coasts of Greece, Morocco, or Tunisia as a confrontation with danger, ruin, and death. Danner’s long-term project (2008–17) with the apparently provocative title Migration as Avant-Garde is an alternative approach to classic photojournalism. Instead of simply informing or deliberately shocking his audience, Michael Danner (b. 1967) creates a visual dialogue about one of humankind’s oldest actions: moving from one place to another.
FELICITY HAMMOND . Remains in Development
Smiling and larger than life, the perfectly styled single woman of the future gazes out at us. Her light-drenched luxury apartment in a skyscraper towers over a futuristic urban panorama. Though by now, we’ve long grown accustomed to such oversized advertisements in public spaces, such images cleverly play on our desire for a glossy urban life. But in the work of British artist Felicity Hammond (b. 1988), the confident promises of real estate companies confront postindustrial scenes of car tires and construction debris. Clearly, when it comes to urban planning, utopia and dystopia exist in close proximity.
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Image: Harald Hauswald, Konzert von Big Country, Radrennbahn, Weißen- see, Berlin, 1988 © Harald Hauswald/OSTKREUZ/Bundesstiftung Aufarbeitung